junge Mutter kämpft mit psychischer Gesundheit

Psychische Gesundheit von Müttern

Wer kümmert sich um die Mutter?

Der Monat Mai beginnt erneut. In vielen westlichen Ländern denken vielleicht einige an den Muttertag. Der Mai ist aber auch der Monat, in dem die geistige Verfassung von Müttern besondere Aufmerksamkeit bekommt. Es ist Month of maternal mental health, was so viel bedeutet wie Monat der geistigen Gesundheit für Mütter.

Psychische Gesundheit in besonderen Umstände

Besonders in diesem Jahr ist das wichtig. Seit dem Beginn der globalen Pandemie sind fast 1,5 Jahre vergangen. Es ist klar, dass Mütter auf der ganzen Welt dringend zusätzliche Unterstützung benötigen.

Denn die Zahlen für postnatale Depressionen steigen rasant an. Die Statistiken zeigen für den Mai 2021, dass 1 von 3 Frauen in einem erheblichen Mass psychisch leidet. Zuvor litten etwa 15-20 % der Frauen unter postnatalen psychischen Problemen. Jetzt sind es in den Industrieländern fast schon 40% der Müttern. In Ländern mit mittlerem und niedrigem Einkommen ist diese Zahl sogar noch höher.

Es ist klar, dass wir die Bedürfnisse der Mütter massiv ignoriert und übersehen haben. Natürlich geschieht dies selten bewusst. Wir haben alle das Gefühl, dass wir neue Mütter unterstützen und unser Bestes tun. Aber es scheint, dass das nicht ganz ausreicht.

Der folgende Artikel zeigt einige der Aspekte des Kampfes um die psychische Gesundheit von Müttern auf. Wir alle müssen zusammenarbeiten, um Tabus und Erwartungen an die Mutterschaft abzuschaffen, und zwar auf der ganzen Welt. Schliesslich ist es wichtig herauszufinden, wie wir alle in unserer Gemeinschaft mehr Unterstützung bieten können.

Postnatale psychische Gesundheit

Postnatale Gesundheitsprobleme sind komplex. Die meisten Risikofaktoren treten in Kombination mit anderen auf. Mit anderen Worten: Eine Mutter, die während der Schwangerschaft mit Depressionen oder Ängsten zu kämpfen hatte, kann nach der Geburt ihres Babys eine postpartale Depression (PPD) entwickeln oder auch nicht. Dies ist jedoch viel wahrscheinlicher, wenn sie zusätzlich unter folgenden Faktoren leidet oder gelitten hat:

  • belastende Lebensereignisse vor der Schwangerschaft
  • fehlende soziale Unterstützung
  • Depressionen vor der Schwangerschaft
  • Belastung durch die Kinderbetreuung (oder der Mangel an Kinderbetreuung, um der Mutter eine Pause zu gönnen)
  • ein allgemein niedriges Selbstwertgefühl
  • mütterlicher Neurotizismus
  • Neugeborenes mit eigenen Problemen (z. B. Koliken)

Diese Punkte sind potenzielle Katalysatoren für psychische Probleme. Kombiniert man dies mit sozialer Isolation aufgrund einer globalen Pandemie, ist es überraschend, dass die Zahlen nicht noch höher sind. Diese Liste potenzieller Auslöser ist schockierend. Wie viel müsste sich in unserem Modernen leben ändern, damit es besser für frisch gebackene Mütter wäre?

Keiner ist schuld, aber jeder kann helfen

Das soziale Umfeld einer Mutter ist letztendlich einer der entscheidenden Faktoren für die psychische Gesundheit. Wie viel Unterstützung sie von ihrer Familie und ihren Freunden erhält, bestimmet wie gestresst sich eine Mutter fühlt.Wenn sie ausserdem mit Belastungen zu kämpfen hat, die nichts mit dem Baby zu tun haben, ist sie ebenfalls stärker gefährdet. Dies kann zum Beispiel die Sorge um die finanzielle Sicherheit sein.

Ein Neugeborenes zu haben, das ebenfalls mit Problemen zu kämpfen hat, wie z. B. Koliken oder eine angeborene Krankheit, kann alleine schon so belastend genug sein, um bei einer Mutter psychische Probleme auszulösen. Hier kann zusätzliche, regelmässige Unterstützung durch eine Hebamme oder Doula helfen. Ausserdem ist mehr konkrete Unterstützung, Bewusstsein und Verständnis in der Familie und im Freundeskreis äusserst hilfreich.

In den ersten Tagen

  • Frage nicht, ob du in den ersten Tagen des Wochenbetts Essen vorbeibringen kannst, tu es einfach! (bleibe aber nicht als Gast …)
  • Während du dort bist, könntest du eine Ladung Wäsche aufhängen, den Geschirrspüler ausräumen, mit dem Hund spazieren gehen…
  • Wenn du der Mutter freundschaftlich nahe stehst, könntest du ein paar sanfte Worte der Ermutigung aussprechen. Dass sie die wöchentlichen Besuche der Hebamme beibehält – und nicht zu schnell zu viel auf sich nimmt.
  • Helfe ihr, für eine Weile zusätzliche Hilfe zu organisieren. Es könnte sogar eine tolle Idee sein, etwas zu schenken, das eine Familie in dieser Zeit wirklich unterstützt. Das kann ein Abonnement für einen Essenslieferdienst sein, wenn sie in der Nähe einer Stadt wohnen. Oder sich mit ein paar Freunden zusammentun, um eine Wochenbett-Doula und/oder jemanden, der im Haushalt hilft, zu bezahlen.
  • Habe ein offenes Ohr für deine Freundin, die gerade Mutter geworden ist. Auch wenn es nicht ihr erstes Baby ist. Versuche dabei, aktiv zuzuhören, ohne sie zu unterbrechen oder ihr Ratschläge zu geben. Was will sie dir eigentlich genau mitteilen? Vermeide es, dich zu schnell einzumischen und sie zu «retten». Frage sie stattdessen vielleicht, was sie im Moment gerade braucht.

Wenn die Flitterwochenphase mit einem neuen Baby vorbei ist

  • Melde dich bei einer frischen Mama (nochmals) nach ein paar Wochen. Besucher schneien oft vorbei, sobald sie eingeladen werden. Die allgemeine Welle der Aufregung ist normalerweise nach etwa einem Monat vorbei. Sei doch die Person, die mit der Mutter Kontakt aufnimmt, nachdem diese Wochen vergangen sind. Dies könnte der Zeitpunkt sein, an dem sie sich an einem Tiefpunkt befindet.
  • Bringe ihr Tablett mit Keksen vorbei. Schicke ihr eine liebevolle Sprachnachricht. Oder sei einfach da für sie. Es könnte genau in diesem Moment die Welt für sie bedeuten.
  • Wenn du Hebamme oder Doula bist. Höre nicht zu früh mit den Besuchen auf. Auch wenn die Mutter sagt, dass es ihr jetzt gut geht und sie es alleine schafft. Vereinbare mindestens einen weiteren Termin in ein paar Tagen. Auch wenn es nur für eine schnelle Tasse Tee und ein Gespräch ist. Diese Tasse Tee ist für die Mama eine Insel der Ruhe in einem Mehr von Ängsten und Isolation. Zumindest mit einer Wahrscheinlichkeit von 1 zu 3.

Eine grossartige Geburt bedeutet nicht grossartige psychische Gesundheit

Die psychische Gesundheit von Müttern ist nicht so einfach. Nur weil eine Mutter äusserlich glücklich und zufrieden aussieht, heisst das nicht, dass sie auch innerlich glücklich ist. Viele Mütter sind Expertinnen darin, ihr tägliches Leben zu meistern. Sie jonglieren alles, was die Mutterschaft von ihnen verlangt und setzen ein tapferes Gesicht auf. Das Problem ist, dass die Gesellschaft von Müttern erwartet, dass sie glücklich sind. Sie sind schwanger geworden und haben jetzt ihr Baby im Arm, was will Frau mehr. Oder?

Vielleicht liegt es an diesen Erwartungen, dass Mütter das Gefühl haben, nicht über Dinge sprechen zu können, die sie tatsächlich stören. Sie haben vielleicht das Gefühl, dass es keinen Grund gibt, sich schlecht zu fühlen. Sie schämen sich, fühlen sich schuldig und stellen sich selbst in Frage. Warum fühlen sie sich so schlecht, obwohl gerade etwas so Gutes passiert ist.

Sie nehmen auch an, dass es besser ist, diese Gedanken nicht vor Freunden und Familie zu äussern. Leider haben viele Mütter keinen Zugang zu anderen Müttern, die sich von ihrer verletzlichen Seite zeigen und offen über ihre psychische Gesundheit sprechen. Es kann einen riesigen Unterschied machen, wenn man eine andere Mutter hört, die dieselben Gedanken äussert. Ebenso kann es so viel bedeuten, wenn jemand den Gefühlen einer frischgebackenen Mutter einfach Raum gibt – ohne Bewertung oder Einflussnahme.

Eine grossartige Geburt bedeutet also nicht zwangsläufig, dass die psychische Gesundheit eine Mutter später leiden wird. Wir wissen heute, dass es Risikofaktoren für eine PPD gibt, die nicht mit einer traumatischen Geburt zusammenhängen.

Gehe also nicht davon aus, dass der Mutter gut geht, wenn sie bei der Geburt kein Trauma erlitten hat. Andersherum jedoch gilt: Achtung, wenn sie bei der Geburt ein Trauma erlitten hat. Hier sollte man davon ausgehen, dass ihre psychische Gesundheit einem grösseren Risiko ausgesetzt ist.

Das Erleben eines Traumas bei der Geburt kann sich zu einer posttraumatischen Belastungsstörung entwickeln (PTBS)

Nach zahlreichen Studien gibt es 3 Hauptkategorien, die bestimmen, ob jemand nach der Geburt eher eine PTBS entwickelt oder nicht:

  1. Risikofaktoren, die bereits vor der Geburt bestehen
  2. Aspekte der Geburt an sich
  3. Qualität und Art der postnatalen Unterstützung

Wenn wir uns die Erkenntnisse der letzten Jahrzehnte ansehen, wissen wir, dass Frauen an psychischen Problemen erkranken, wenn sie bei der Geburt schweres Leid erfahren haben.

Wenn wir jedoch von negativen Erfahrungen sprechen, nehmen viele sofort an, dass wir Ereignisse meinen, die «allgemein» als traumatisierend wahrgenommen werden: Erlebnisse wie Fehlgeburt, Totgeburt, schwere Komplikationen oder invasive medizinische Eingriffe ohne wirksame Schmerzlinderung.

Frauen können jedoch scheinbar positive Geburten haben und sich dennoch durch ihre Erfahrung traumatisiert fühlen. Laut Dr. Elizabeth Ford haben Frauen, die das Gefühl haben, bei der Geburt die Kontrolle zu verlieren, ihre Würde zu verlieren oder während der Geburt abweisenden und negativen Haltungen ihrer Betreuer ausgesetzt zu sein, ein höheres Risiko, später unter anderem an postnataler PTBS zu erkranken.

Mothering the mother – also die Bemutterung der Mutter – war noch nie so wichtig

Die Bemutterung der Mutter ist ein Konzept, das Doulas sehr wohl bekannt ist. Es ist aber höchste Zeit, dass wir dieses Wissen mit allen teilen. Neue Mütter brauchen eine liebevolle Bemutterung, sie brauchen jemanden, der sich um sie kümmert. Sie brauchen jemanden, der fast nur für ihre Bedürfnisse da ist. Jemand der sie körperlich pflegt und emotional unterstützt. Sich kümmert, so gut es geht.

Ich blicke immer noch auf meine ersten Tage nach der Geburt zurück – mit meinen beiden Kindern – und erinnere mich, dass ich dem Besuch gegenüber relativ ambivalent warx. Freunde und Familie kamen vorbei, um das Baby zu sehen, was sehr schön war, aber ich spürte oft, wie ich innerlich schrie, ABER WAS IST MIT MIR? Kann sich bitte auch jemand ein bisschen um mich kümmern?

Hannah Ladda, Doula

Wochenbett in anderen Kulturen

Es gibt Kulturen auf der ganzen Welt, die dies bereits tun. In Südkorea ist beispielsweise das Samchilil eine 21-tägige Praxis der Ruhe. Währen dieser drei Wochen wird die Mutter gepflegt und sie erhält nahrhafte Suppen. Nach dieser Zeit kehrt die Mutter zurück nach Hause. In vielen Teilen Lateinamerikas wird die Mutter während der 40-tägigen cuarentena mit viel Haushaltshilfe und nahrhaften Lebensmitteln versorgt. Eines der Hauptziele ist es, sicherzustellen, dass sie nicht vor Erschöpfung krank wird. Auf vielen Inseln Indonesiens besucht eine Hebamme die Mutter täglich für mindestens 40 Tage. Sie wird massiert, gebadet, mit einem wunderbaren Gesundheitstonikum namens jamu gefüttert und ihr Baby wird versorgt. Nach den 40 Tagen hält ihr Familienkreis eine Zeremonie ab, um ihre Plazenta zu begraben. Wenn diese in dieser Zeit nach der Geburt in ihrer Nähe aufbewahrt wird, soll sie angeblich vor Krankheiten im späteren Leben schützten.

Vielleicht könnten also viele Teile der westlichen Welt von einer Entschleunigung im Wochenbett profitieren? Frauen fühlen sich unter Druck gesetzt, schon wenige Tage nach der Geburt wieder arbeiten zu müssen. Väter haben kaum Urlaub und kehren nach den ersten Tagen nach der Geburt schnell wieder zur Arbeit zurück. Manchmal lange bevor das Stillen richtig etabliert ist oder die Mutter Zeit hatte, sich ein wenig auszuruhen. Kommen dann noch ältere Kinder hinzu, wird die Bemutterung der Mutter völlig vernachlässigt.

Mütter geben sich oft nicht die Zeit oder die Selbstliebe, um sich zu erholen. In vielen Fällen haben sie auch keine andere Wahl. Mit finanziellen Verpflichtungen, fehlender externer Kinderbetreuung, Grosseltern die noch arbeiten und fehlender zusätzlicher Hilfe rundherum, ist es einfach das Schicksal einer Mutter. Aber so sollte es nicht sein. Mütter benötigen Zeit und Raum für ihre psychische Gesundheit.

Soziale Medien und Online-Optionen werden zum Ersatz für die Mutterschaft der Mutter

Das habe ich auch schon erlebt. Ich wendete mich über Social-Media-Plattformen an andere Mütter – von denen ich viele noch nie persönlich getroffen hatte – um sie um Rat zu fragen oder einfach nur Unterstützung zu bekommen. So viele Mütter fragen andere Mütter online nach ihrer Meinung oder ihrem Rat – manchmal sogar bei medizinischen Fragen.

Social-Media-Plattformen sind zu dem neuen Kreis von Frauen geworden, den wir uns vorstellen und idealisieren. Wir sehnen uns verzweifelt nach einer uralten, spirituellen Heilungsgruppe, die wir selbst nicht wirklich kennen, und finden einen Ersatz online.

In diesen Social-Media-Nachrichten und Posts suchen Mütter nach anderen Müttern, die ihnen quasi die Hand halten. Die ihnen sagen, dass sie einen tollen Job machen und dass das, was sie erleben, normal ist und vorbeigehen wird. Online-Mütter bemuttern uns durch die Zeit nach der Geburt. Das Sprichwort «es braucht ein Dorf» bekommt eine ganz neue Bedeutung – vielleicht braucht es eher ein Social-Media-Netzwerk.

Wo sind die Freunde und die Familie, die das schon mal gemacht haben?

Wenn du zu den Millennials (Gen Y) gehörst, dann sind deine Eltern Gen X oder Babyboomer. Viele Babyboomer sind noch nicht im Ruhestand, arbeiten also noch – viele von ihnen in Vollzeitjobs. Das lässt nicht viel Raum für die psychische Gesundheit der Mutter. Es lässt auch viele Mütter an den Wochenenden erschöpft zurück, oft mit kaum Zeit, sich zu erholen. Das Gleiche gilt für Freunde. Alle sind in einer ähnlichen Situation und haben daher kaum die Kapazität, auch andere Familien zu unterstützen. In gewisser Weise scheint es momentan der Fall zu sein, dass jeder an seiner maximalen Kapazität gerade noch so funktioniert.

Der Teufelskreis in der Kleinfamilie

Letztendlich sind diese Mütter also mutterlos. Niemand sorgt wirklich dafür, dass die Mutter überlebt, während sie sich 24 Stunden am Tag um ein Neugeborenes – oder mehrere Kinder – kümmert. Partner und Väter sind natürlich die Hauptversorger der Mütter und machen dabei auch einen tollen Job. Aber das Bemuttern der Mutter wird sehr schnell zu einem Wochenend-Luxusgut.

Unter der Woche und in der Nacht bekommt die Hausfrau wenig Unterstützung. Die Familie ist darauf angewiesen, dass der berufstätige Elternteil halbwegs anständigen Schlaf bekommt, um das Schiff über Wasser zu halten. Selbst wenn der andere Elternteil Aufgaben wie die Betreuung älterer Kinder oder des Babys übernimmt (während seine beruflichen Verpflichtungen möglicherweise leiden) bleibt die Mutter immer noch ohne jemanden, der sich direkt um sie kümmert.

Dies ist potenziell in jeder Familie der Fall, egal ob es sich um eine hetero- oder gleichgeschlechtliche Beziehung handelt. Letztendlich übernimmt einer die Rolle des Hauptversorgers, während der andere zum Hauptverdiener wird. Viele Familien kommen zu dem Schluss, dass der betreuende Elternteil sich nur an den Wochenenden ausruhen kann. Das bedeutet, dass der berufstätige Elternteil weniger Schlaf bekommt und an den Wochenenden etwas mehr übernehmen muss. Das kann aber auch dazu führen, dass beide Elternteile ausbrennen, da keiner von beiden wirklich Zeit und Raum zur Erholung hat. In der Praxis funktionieren diese Wochenendversprechen nicht immer so, wie sie gedacht waren. Solche Konstellationen führen bei vielen Müttern schnell dazu, dass sie innerhalb weniger Wochen ausbrennen.

Psychische Gesundheit von Müttern bedeutet nicht nur postpartale Depression

Dies ist eine sehr, sehr wichtige Sache. Mütter sind Monate und Jahre in ihrer Elternschaft isoliert. Die meisten sind einem gefährliches Mass an Schlafentzug ausgesetzt. Und einen Mangel an Zeit für sich selbst. Sie kommen aus diesen frühen Jahren mit einem Haufen an Problemen heraus, denen sie sich stellen müssen.

Es muss nicht immer einer postnatalen Depression sein, obwohl wir ja wissen, dass die Fallzahlen viel zu hoch sind. Es ist viel subtiler, und trotzdem genauso erschreckend. Vielleicht kommt das mittlerweile ältere Kind in eine Spielgruppe oder Krippe und die Mutter bekommt endlich eine kurze Auszeit. Jetzt werden ihr ihre psychische Probleme, alltäglichen Ängste, Identitätsverlust und Mangel an starken Freundschaften, auf die sie sich verlassen kann erst richtig bewusst. Auch Freundschaften können extrem leiden, wenn Muttersein ohne bemuttert zu werden nicht geklappt hat.

Vielleicht liegt es also einfach an uns. Wir können nachts um 1 Uhr jemandem völlig Fremden über eine Instagram-DM die Hand reichen. Oder unsere Kinder für eine halbe Stunde vor ein Ipad setzen, um eine kurze mentale Pause zu bekommen. Es liegt an uns, uns selbst die Liebe und Fürsorge zu geben, die wir täglich verdienen.

Es liegt an uns, Elternschaft so zu normalisieren und offen über Tabuthemen zu sprechen. Dafür zu sorgen, dass sich keine Mutter dafür verurteilt fühlen muss, wie sie mit ihren Problemen umgeht. Oder dass sie dabei einsam dabei ist. Wir müssen gemeinsam die gesellschaftlichen Erwartungen an Mütter und Väter modernisieren. Wir folgen scheinbar immer noch veralteten Normen. Diese Standards entstanden zu anderen Zeiten.

Es ist an der Zeit, dass wir die Art und Weise, wie wir täglich für unsere Kinder da sind, endlich modernisieren und normalisieren. Wir müssen anfangen, neue Wege zu finden, um Müttern die Bemutterung zu geben, die sie verdient haben.

Quellen

Brigham and Women’s Hospital, news release, Dec. 1, 2020

-https://www.mothermag.com/postpartum-care-traditions/

-https://www.romper.com/p/mothering-the-mother-is-great-in-theory-but-in-reality-moms-are-all-alone-8445726

-https://midwifethinking.com/2017/01/11/childbirth-trauma-care-provider-actions-and-interactions/

-https://midwifethinking.com/2011/05/13/guest-post-when-birth-is-trauma/

-https://obgyn.onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1111/aogs.13784

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