Paul’s Geburt

Herzlichen Dank an Mama Katharina, die hier die Geschichte der Geburt ihres ersten Kindes, Paul Levin, mit uns teilt!

Am 2. April um 16:25 Uhr hat unser Sohn Paul Levin das Licht der Welt erblickt. 

Nun liegt die Geburt bereits drei Wochen zurück. Diese drei Wochen waren sowohl emotional sowie auch körperlich sehr intensiv! Langsam pendelt sich unser Alltag zu dritt ein und ich habe das Gefühl, dass ich erst jetzt realisiere, dass unser kleines Wunder tatsächlich hier bei uns ist. So lange habe ich mir diesen Moment erträumt – und nun ist er da. Es ist einfach wunderbar, Mami sein zu dürfen!

Dein toller Online-Kurs und deine wertvollen Unterstützung via E-Mail haben dazu beigetragen, dass ich eine positive und selbstbestimmte Geburt habe erleben dürfen. Insbesondere in der Öffnungsphase haben mir die von mir ausgewählten Affirmationen, das Auffinden meines «Safe Place» sowie die Entspannungsatmung sehr dabei geholfen, in einen Zustand der inneren Ruhe und Tiefenentspannung zu gelangen.

Der Anfang der Geburt

Ich bin noch sehr lange zu Hause geblieben, was sich als klarer Vorteil herausstellte. Ich war in regelmässigem Kontakt mit der Hebamme, doch ich fühlte mich sehr lange wohl in den eigenen vier Wänden (für etwa sieben Stunden nach Spüren der ersten Welle). Mir sind dann zu Hause auch deine Worte in den Sinn gekommen, dass man das tun sollte, worauf man Lust hat. Ich habe zwar keinen Kuchen gebacken, doch ich habe meinem Mann die Haare geschnitten 😃

Ein paar Stunden später waren die Wellen dann so stark, dass ich diese ganz bewusst veratmen und mich intuitiv anders bewegen musste (z.B. auf den Boden knien). Als es mir nicht mehr ganz wohl zu Hause war, fuhren mein Mann und ich ins Spital. Drei Stunden später wurde unser Sohn geboren  😃

Das Ankommen im Spital

Der Muttermund war beim Spitaleintritt schon fast ganz geöffnet. Ich bin davon überzeugt, dass dies auf die Entspannung mittels Hypnobirthing zurückzuführen ist. Auch in den darauffolgenden Stunden habe ich versucht, die Wellen ruhig zu veratmen und mich mit Affirmationen und Bildern zu bestärken. Dies ist mir fast bis zum Schluss gelungen.

In der Geburtsphase selbst waren die äusseren Einflüsse dann jedoch sehr stark, weshalb es für mich nicht mehr möglich war, in meine Tiefenentspannung zu gelangen. Was ich jedoch aktivieren konnte, war ein starker Wille und damit eine starke, innere Kraft, die sich schlussendlich positiv auf die Geburt auswirkte.

Eine längere Geburtsphase

Im Detail: Die Geburtsphase dauerte länger als erwartet. Die Hebamme meinte, dass unser Baby zwei Schritte vorwärts und einen zurück machen und sich das Köpfchen nur Millimeter um Millimeter bewegen würde.

Plötzlich waren die Herztöne des Babys für einige Minuten zu tief. Dies wurde mir (wahrscheinlich zu meinem Schutz) nicht mitgeteilt und ich erfuhr erst nach der Geburt von meinem Mann davon. Die Hebamme meinte nur, dass das Baby jetzt langsam kommen müsse und sie unterstützte mich dabei, andere Positionen auszuprobieren.

Die Intuition der Mama

Die dazugekommene Oberärztin nannte plötzlich drei Optionen (Dammschnitt, Saugglocke oder wehenfördernde Medikamente). Ich wusste nur, dass ich das nicht wollte. Ich erinnerte mich daran, dass nichts ohne meine Einwilligung gemacht werden dürfte und dachte an dein B.R.A.I.N. Konzept. Ich wusste, dass die Option «Nothing» für mich die richtige war, denn ich wollte einen Eingriff in den natürlichen Ablauf der Geburt verhindern.

So bat ich die Hebamme und die Ärztin darum, mir noch eine Chance zu geben und noch einige Wellen abzuwarten. Ich sagte, dass ich noch Energie habe und dass ich es schaffen wollte. Im Nachhinein scheint mir dies sehr egoistisch. Hätte ich gewusst, dass die Herztöne unseres Sohnes tief sind, wäre ich offener für einen anderen Geburtsverlauf gewesen. Ich denke aber auch, dass die Ärztin einfach gehandelt hätte, wenn es wirklich zu prekär geworden wäre mit den Herztönen. Es wurden somit einige Wellen abgewartet.

Intensive Geburtswellen

Da ich sehr unter Druck stand und mich auch die Hebamme animierte, alles zu geben, konnte ich die anfangs ausgeführte Geburtsatmung am Schluss nicht mehr aufrechterhalten. Die Wellen dauerten zu kurz und ich hatte kaum Zeit, Luft zu holen, bevor sie wieder verschwunden waren. Dies resultierte in einem Pressen. Ich habe wirklich alles gegeben, um einen Eingriff in den natürlichen Geburtsverlauf zu verhindern.

Die Herztöne unseres Babys waren nach einiger Zeit wieder im Normalbereich (was ich natürlich auch nicht wusste, da ich nichts von dem vorübergehenden Tief mitbekommen habe). Ich hatte noch einige Wellen – und eine letzte brachte schliesslich unseren Sohn auf die Welt. Er wurde mir sofort auf den Bauch gelegt wurde. Dieser Moment war unbeschreiblich. Ich war sprachlos und überwältigt. 

Credits: Paul’s Mama Katharina

Gedanken zur Geburt im Nachhinein

Das Erlebnis Geburt ist wirklich einmalig. Ich habe höchsten Respekt vor jeder Frau, die eine Geburt erlebt hat – ob natürlich oder schlussendlich auch mit einem Eingriff. Jede Geburt ist eine grosse Leistung (wie auch du immer sagst). Es geht darum, wie man sich auf die Geburt einstellt, auch wenn diese schlussendlich nicht den anfänglichen Wünschen entspricht.

Dennoch bin ich ein bisschen stolz, dass ich es «geschafft» habe, meinen Sohn (fast) so zu gebären, wie ich es mir gewünscht und vorgestellt habe. Das Einzige, das nicht diesen Vorstellungen entsprochen hat, waren die letzten Minuten der Geburt. Da ist mir das sanfte «Herausschieben» nicht gelungen. Insbesondere die ersten 1.5 Wochen nach der Geburt haben mir gezeigt, dass dies für meinen Körper die vorteilhaftere und schonendere Variante gewesen wäre.

Was auch nicht meiner Vorstellung entsprochen hat, ist die «Ruhe» während der Geburt. Auch da musste ich im Nachhinein an dich denken und lachen. Du hast ja gesagt, dass gewisse Frauen ganz ruhig gebären und andere hätten das Bedürfnis, laut zu sein und zu schreien. Da müsse man auf das eigene Gefühl hören. Ich dachte ja anfangs immer, dass ich zu der ruhigen Sorte gehöre 😉 Es ist spannend, wie man sich auch hier täuschen kann. 

Wie auch immer: Ich durfte insgesamt eine sehr positive und selbstbestimmte Geburt erleben. Unser Sohn Paul ist gesund (und gemäss pH-Wert ohne jeglichen Stress) auf die Welt gekommen. Er war von Anfang an sehr aufmerksam und (meistens) zufrieden 😃 Ich bin überglücklich und sehr dankbar dafür.

Alles Liebe und Danke an Mama Katharina sowie ihre wunderbare kleine Familie!

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